KRS-One: D.I.G.I.T.A.L.
Von T • 20.03.2006 • Kategorie: Reviews
Ich muss gleich zum Anfang gestehen: Die Musik von KRS-One ist Jahre lang an mir vorbeigegangen. Ich war mir seiner Existenz bewusst, habe das ein oder andere Feature gehört, mehr jedoch nicht. Vor einigen Wochen kam ich nun dazu mir einige seiner Scheiben anzuhören und schon kurze Zeit später fragte ich mich: “Wie konnte ich ohne leben?”
Die erste seiner Platten, die mir in die Hände fiel, war D.I.G.I.T.A.L. aus dem Jahre 2003. Gleich zu Beginn kommt Stimmung auf: Sowohl das Intro You Know What’s Up! als auch der erste Song For Example geben die Richtung vor. Zuerst geht es textlich um die Unterscheidung von wahrem Hip Hop und MTV-Rappern, denen Kris Parker gehörig die Meinung sagt.
In Tell the Devil Ha! wird es religiös – allerdings erst wenn man sich mit dem Text auseinander setzt. Und das dauerte bei mir eine Weile, da der Song zu spontanen Körperregungen und Tanzbewegungen führt. Auch für absolut nicht-religiöse Hörer, wie ich es bin, kommt der Text sehr positiv rüber und man hat tatsächlich Lust, dem Teufel ins Gesicht zu lachen.
Danach wird es etwas ruhiger: Bei When the Moon… wird The Teacher von Courtney Terry unterstützt bevor zusammen mit Channel Live in Free Mumia für Mumia Abu Jamals Freiheit gekämpft wird.
Etwas wirrer sind die Motive in Ah-Yeah! Glücklicherweise wird es gleich wieder interessanter: Zusammen mit Truck Turner knallt KRS Bring it to the Cypher heraus.
Truck Turner unterstützt gleich weiter in As You Already Know, einem Track dessen cooles Klavier-Sample Ohrwurm-Anwärter ist.
Lonnie Rashid Lynn alias Common gibt sich auf A Freestyle Song die Ehre. Heraus kommt ein wirklich hörenswerter Old School-Freestyle.
Mit Hilfe von Mad Lion wird in Article (Remix) relaxed Reggae gespielt.
G. Simone leiht ihre Frauenstimme dem ruhigen Song Music for the ’90s (Kid Capri Remix): “We’re comin to you live and direct with the feelin that G. Simone keeps the party jumpin to the ceilin”. Gerade in den G. Simone-Flow gekommen, geht es auf Let it Flow (Get You in the Mood) gleich weiter.
Auf Remember wird es sentimental. Die Besungenen müssen noch nicht tot sein, vergessen sind sie jedoch. Und das ist ein Umstand den KRS-One ändern will. Gedacht wird Größen wie Big Daddy Kane, Brand Nubian und Doug E. Fresh.
Schwer einordnen lässt sich der swingige Song No Wack DJs, bei dem meine Frau mich gerade spontan zum Tanzen aufforderte. KRS-One ist ungewöhnlich und so sind seine Sogs und Alben.
Das kümmert uns dann bei We Don’t Care Anymore schon wieder nicht mehr, denn der ruhige Track bildet nur den langsamen Übergang zu Smilin’ Faces mit Shock G.
HipHop vs. Rap ist wohl eines von Kris’ Lieblingsthemen, festgemauert bleibt die These: “Rap is something you do, Hip hop is something you live.” Die Adaptionen von anderen Songs am Ende des Tracks sind göttlich!
Woop! Woop! (Showbiz Remix) ist ein Remix vom Klassiker Sound Of Da Police vom Album Return Of The Boom Bap.
Harmony and Understanding ist schon so etwas wie das Outro der Platte, bevor Kris in
Outro: I’ll Be Back noch mal eines seiner Be-dee-dee-da-dee, dee-dee-dee-dee-da-de-day in die Runde wirft.
Insgesamt ist das Album sehr abwechslungsreich, bietet gute Gastauftritte und gehört in jede KRS-One-Sammlung.
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